Im aktuellen Newsletter der Fluxicon von Frau Dr. Rozinat gab es einen interessanten Beitrag zur Thematik der Eindeutigkeit von Auftrags-, Bestell-, Artikel- oder Kundennummer über mehrere Prozesse, Datenbanken oder sogar innerhalb eines einzigen Prozesses. Wer kennt nicht die Problematik bei der Datenaggregation, beim Reporting oder bei der Erstellung von KPIs die gültige und richtige Event-ID/Primary Key/Fachliche Nummer herausfinden zu müssen?

Diese Herausforderung wird um ein Vielfaches größer, wenn unterschiedliche Datenquellen und Systeme am Prozess beteiligt sind und jedes System z.B. seine eigene Kundenverwaltung hat. Dann ist eine Kunden- oder Auftragsnummer schnell nicht mehr eindeutig und es müssen Strategien her, wie diese zusammengeführt werden können. Eine Konsolidierung im Sinne einer Zusammenlegung oder Bereinigung der System (technische Lösung) ist meist nicht möglich, da hier (unnötige?) Kosten für den notwendigen Umbau der Infrastruktur und Datenhaltung entstehen, die keinem wirklichen Busines Value gegenüberstehen. Vielfach werden pflegeintensive Mappings von IDa nach IDb aufgebaut, die versuchen diesen Mangel auszugleichen.

Je mehr Systeme und Prozesse aber beteiligt sind, um so aufwendiger, komplexer und undurchschaubarer werden diese Mappings. Sollten Sie mit dem Gedanken spielen, Ihre Prozesse mit einem automatisierten Reporting / Monitoring (BAM) zu unterlegen, ist es auf jeden Fall bereits im Vorfeld notwendig, sich mit dieser Thematik zu beschäftigen. Gerade hier ist das Vorhandensein einer eindeutigen über alle Teile des Prozesses eindeutigen Event-ID obligatorisch. Wie anders sollen sonst die notwendigen KPIs (Durchlaufzeiten, Fehler, Stückzahlen, etc.) berechnet werden?

Anne Rozinat von Fluxicon zu Process Mining

Diese oben genannten Schwierigkeiten gelten auch insbesondere bei Process Mining, da sich dieses sehr speziell auf die Analyse von Daten und Datendurchläufen spezialisiert hat. Anne Roziat stellt nun in Ihrem Beitrag verschieden Alternativen vor, um dieses Problematik zu beherrschen. Der komplette Beitrag kann hier im Fluxicon Newsletter nachgelesen werden. Nachfolgend kurz nur die wichtigsten Details:

Die Herausforderung besteht zumeist darin eine gemeinsame Case ID zu bestimmen oder zu erzeugen, die über gesamten Prozess gültig und eindeutig ist und die nachgelagerten Sub-Case-IDs aggregiert. Dabei kann es durchaus dazukommen, dass dies nicht immer eine 1:1-Beziehung ist, was die Abbildung deutlich verkompliziert. Anne Roziat macht dies an einem einfachen Sales-Prozess deutlich, hier kann es (wer kennt es nicht von Amazon) zu einer Bestellung mehrere Lieferungen und unter Umständen auch mehrere Rechnungen/Lieferanten geben. Oder noch komplexer, eine Lieferung kann mehrere Bestellungen umfassen. Daraus ergibt sich die Schwierigkeit, dass ein Vergleich (im Sinne einer Performance-Analyse) nur eingeschränkt möglich ist, bzw. eine Entscheidung/Fokussierung auf die Perspektive vor der eigentlichen Analyse erfolgen muss. „Wil van der Aalst sometimes calls this „flattening reality“ (like putting a 3D-world in a 2D-picture). You need to choose which perspective you want to take on your process.“

Quelle: Fluxicon Newsletter "PROCESS MINING NEWS" (http://fluxicon.com/)

Welche Strategie die für Ihr konkretes Szenario die geeignetste ist muss immer im Einzelfall und in der konkreten Kundensituation entschieden werden. Auch die Entscheidung „keine ist geeignet“ muss möglich und denkbar sein. Dann gilt es neue Ansatzpunkte zu entwickeln und diese dann gegen die Realität zu prüfen. Aber bereits die Beschäftigung mit der Problematik genügt, um eine Sensibilisierung der beteiligten Abteilungen zu erreichen, und das ist zumindest im Hinblick auf zukünftige Entwicklungen, Anpassungen oder System-Integrationen schon viel wert.

3d postman with big red envelope

Bei weitergehenden Fragen oder Anregungen zum Thema Prozesse oder Process Mining können Sie sich gerne jederzeit an uns wenden. Eine E-Mail an info@logicline.de genügt!