Mittlerweile liest man im Internet in dutzenden Artikeln über das Internet der Dinge. Durch die Vernetzung von Menschen und Dingen entsteht eine Vielfalt an neuen Dienstleistungen und Geschäftschancen. Auch wir halten uns immer auf dem Laufenden und waren am 17./18. November 2015 auf der Stuttgarter Messe, wo die PTC LiveWorx Europe stattfand. Hier geht es jedes Jahr um die Trends rund um die PTC Produktsuite, zu der seit Ende 2013 auch die IoT Plattform ThingWorx gehört. Grund genug also, dort mal nach dem Rechten zu schauen …

Lego ferngesteuertZuerst die gute Nachricht: es darf wieder mit Lego gespielt werden! Solange das Ganze mit einem Smartphone gesteuert wird, ist man nicht kindisch, sondern voll im Trend. So gab es einige Showcases zu sehen, bei denen ein aus Lego-Steinen bestehender Roboterarm verschiedene Befehle vom Smartphone ausführte. Naja, ist schön anzusehen, aber auch keine riesen Neuheit.

Spannender, weil realitätsnaher, war da schon ein Forschungsprojekt der Hochschule Furtwangen. Dort hatte man einen Rollstuhl mit allerlei Sensoren zum messen von Puls, Atemfrequenz, etc. pp. versehen. All die Messwerte konnten dann zentral in der Cloud überwacht werden. Sehr komplexes Thema, aber hier konnte man erkennen, wohin die Reise mit dem Internet der Dinge hingehen kann.

Vernetzter Rollstuhl

Mein persönliches Highlight war die Keynote von Prof. Gunter Dueck, der mit viel Humor die Zukunft einer vernetzten Welt und die damit verbundenen Probleme und Widerstände – v.a. aus der deutschen Industrie – skizzierte. Leider geht die Geschwindigkeit bei der Erstellung von Deutschen Industrienormen, ohne die hierzulande nur ungern etwas entwickelt wird, nicht unbedingt mit der Geschwindigkeit sich ändernder Kundenwünsche einher.

Ob den deutschen Unternehmen deshalb wirklich das Geschäft der Zukunft durch die Lappen geht, bleibt abzuwarten. In jedem Falle aber ein äußerst sehenswerter und amüsanter Vortrag!

Build your killer AppAnsonsten ging es inhaltlich natürlich viel um die eigentliche ThingWorx Plattform von PTC. Auf den ersten Blick eine brauchbare Plattform, die ähnlich wie konkurrierende Plattformen aufgebaut ist. Es fällt auf, dass der Fokus bei PTC stark auf Rapid Application Development liegt, also wie baue ich mit wenig Zeit und Aufwand eine App auf der Plattform zusammen?

Beim genaueren Hinschauen wird aber schnell klar, dass eine solche App lediglich ein Dashboard ist, das bereits angebundene Gerätedaten in Charts, Maps und anderen bunten Darstellungsmethoden anzeigt. Auch hier also keine Unterschiede z.B. zu den Smart Apps von Cumulocity.

Was die Plattform sonst noch alles kann, muss noch getestet werden.

Rapid Application Development

Schön zu hören war, dass man sich durchaus Gedanken zu Sicherheit im Internet der Dinge macht. Oftmals gerne etwas vernachlässigt, gab es hier eine ganze Reihe von Vorträgen zum Thema. Das viel zitierte Thema Big Data spielte natürlich auch auf dieser Veranstaltung eine Rolle – wenn auch eher etwas am Rande.

Alles in allem eine runde Veranstaltung, bei der der Fokus eher auf Marketing und Sales lag. Wer sich tiefgründig über technische Details austauschen will, sollte zusätzlich noch andere Events besuchen.