Das ist ein langer Titel und hört sich nach was an? Richtig: Meine Masterthesis. Bei logicline habe ich mich mit User Centered Design für mobile Cross Plattform Anwendungen im Kontext eines agilen Projektvorgehens genauer befasst. Das Thema ist aktuell und relevant, deshalb möchte ich hier einen kurzen Überblick dazu geben. In weiteren Artikeln werde ich später noch genauer auf die entstandene Methodik – ACroX – und deren praktische Anwendung eingehen.

ScrumProcessAgile Entwicklungsmethoden haben mittlerweile Einzug in viele Software-Projekte erhalten. Im Gegensatz zum klassischen Wasserfallmodell ist die Entwicklung dabei nicht an einen vorher festgelegten und detaillierten Plan gebunden. Dadurch ist der Prozess flexibler, kann besser auf Änderungen eingehen und birgt deshalb ein geringeres Risiko. Dennoch führen agile Entwicklungsmethoden nicht automatisch zu Applikationen mit guter Usability und User Experience. Dafür bedarf es nutzerzentrierter Methoden. Deshalb sollten die Unternehmen in dieser Branche zusätzlich das sogenannte User Centered Design in die agile Entwicklung integrieren.

Einige Vorgehensweisen, wie diese beiden Ansätze miteinander verknüpft werden können gibt es bereits. In Kombination mit mobilen Cross-Plattform-Anwendungen existieren jedoch bisher keine speziellen Entwicklungsansätze. Die einzelnen Plattformen unterscheiden sich durch voneinander abweichende Bedienkonzepte, Funktionen und Hardwareeigenschaften. Die besondere Herausforderung liegt deshalb darin, mit möglichst geringem Aufwand mobile Cross-Plattform-Apps mit hoher Usability und User Experience über alle Zielplattformen hinweg zu erzeugen. Dies ist das Ziel der ACroX-Methodik, die in einem weiteren Blog-Artikel noch genauer erläutert wird.

Die Vorstellung des ersten iPhones am 9. Januar 2007 hat den mobilen Markt revolutioniert. Das heutige Aussehen und die Interaktionsformen moderner Smartphones mit intuitiver Benutzeroberfläche basieren auf den damaligen Entwicklungen. Bald darauf kamen weitere Betriebssysteme und Geräte auf den Markt. Außerdem begannen die Betriebssystem-Hersteller damit, Anwendungen für die neue Generation von Mobilgeräten, sogenannte Apps, bereitzustellen. Damit war der Grundstein für App-Entwickler gelegt. Durch die verschiedenen zur Verfügung stehenden Plattformen, wie iOS, Android oder Windows, nahm die Fragmentierung des Marktes zu. Die drei genannten mobilen Betriebssysteme sind die mittlerweile größten Vertreter.

Für Entwickler gestaltet es sich deshalb schwierig, eine Anwendung für mehrere Plattformen bereitzustellen (siehe auch B2B Mobile App). Soll eine Applikation für verschiedene Betriebssysteme entwickelt werden, bedeutet dies, dass der Aufwand mit der Anzahl der Plattformen steigt. Da jede Plattform auf einer anderen Programmiersprache basiert, unterschiedliche Software Development Kits (SDKs) und Entwicklungsumgebungen benötigt, bedeutet die Entwicklung derselben Applikation für zwei Plattformen in etwa den doppelten Aufwand. Diesen Aufwand versuchen mobile Cross-Plattform-Ansätze zu umgehen, indem aus einer Codebasis mehrere Applikationen für unterschiedliche Betriebssysteme generiert werden. Eine der größten Herausforderungen bei der Entwicklung mobiler Cross-Plattform-Anwendungen liegt in dem sich ständig wandelnden und vom jeweiligen Endgerät abhängigen Nutzungskontext.

Masterthesis AcroX

Nutzungskontext einer mobilen Cross-Plattform-App

Die Qualität in Bezug auf Performance, Usability und User Experience einer mit plattformspezifischem Code entwickelten Applikation kann jedoch bis heute (noch) nicht erreicht werden. Die Ansätze verbessern sich jedoch stetig. Um die Vorteile mobiler Cross-Plattform-Entwicklung bestmöglich nutzen zu können, wird mit Hilfe der entwickelten Methodik versucht, die erwähnten Probleme weitestgehend zu kompensieren. Dazu werden nutzerzentrierte Methoden in den Prozess agiler Entwicklung integriert. Außerdem ist es wichtig die Besonderheiten mobiler Cross-Plattform-Apps im Entwicklungsprozess zu berücksichtigen.

Ziel der Methodik ist es den, Entwicklungsaufwand zu reduzieren und gleichzeitig die Entwicklung qualitativ hochwertiger, mobiler Cross-Plattform-Applikationen zu ermöglichen.

Antworten darauf, wie eine gute Usability und User Experience über mehrere mobile Plattformen hinweg auch bei sogenannter hybrider App Entwicklung gewährleistet werden kann gibt Euch der nächste Artikel dieser Reihe. Wer’s nicht abwarten kann bitte eine E-Mail an info@logicline.de.